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2. Vereinsfahrt nach Andelsbuch/Bezau

(Text: Reiner Kluth, Foto. Dieter Weyer)

Nachdem die 1. Clubfahrt 1999 ins Ennstal bereits ein voller Erfolg war, waren sich alle damaligen sieben Teilnehmer einig: Dies muss wiederholt werden! Zum gleichen Zeitpunkt, nämlich Christi-Himmelfahrt sollte eine erneute Tour stattfinden. Diesmal ging die Fahrt nach Voralberg in den herrlichen Bregenzerwald. Die Teilnehmerzahl diesmal 17. Durch einen Vorstandsbeschluss und Absegnung durch die Hauptversammlung gab es einen Zuschuss aus der Clubkasse. Trotzdem wäre eine Fahrt mit 2 Bussen kaum denkbar gewesen, wenn nicht unser 2. Vorsitzender "Jürgen" einen heißen Draht zu einem Kurierdienst unterhalten würde, der uns zwei nagelneue Mercedes Sprinter zur Verfügung stellte.

Es ist ein besonderes Glück, wenn zwei Vorstandsmitglieder nicht nur mitfahren, sondern sich auch noch als Chauffeur betätigen und die gesamte Organisation übernehmen. "Dieter" verstand es aufgrund seiner beruflichen Erfahrung uns um die Staus Nähe Aschaffenburg / Würzburg über Landstraßen zu lotsen.

Obwohl die Gegend um Andelsbuch wenig alpin aussieht, sind es immerhin 930 m Höhenunterschied, (in Bezau 1000 m). Von Bezau aus fährt man mit einer uralten Kabinenbahn und von Andelsbuch aus mit dem Sessellift. Beidemals muß man einmal umsteigen. Ich bevorzuge den Sessellift, da man dort freier atmen und während der Fahrt "jausen" kann.

Wenn auch der Berg die Niedere heißt, kann man trotzdem stundenlang fliegen. Solange habe ich mich in Monaco z.B. nicht halten können. Auch ist ein Fliegen über grünen Abhängen wesentlich angenehmer als über kahlen, staubigen und vertrockneten Geröllwänden. Übrigens: Vom 13 Mai - 1.November bekommt man ab 3 Übernachtungen die sogenannte Bregenzerwald Card. Damit hat man täglich eine Fahrt mit den Seilbahnen frei, auch am Diedamskopf (2090 m)

Donnerstag: Wir teilen uns auf in zwei Gruppen. Der eine Bus fährt nach Andelsbuch, die andere Gruppe fährt in Bezau mit der Seilbahn über die Mittelstation "Sonderdach" zur "Baumgartenalpe" und weiter per pedes zur hinteren Niederen Alpe. Das Gebiet Baumgarten/Niedere ist schon seit 20 Jahren ein Naturschutzgebiet. Das Pflücken von Blumen wird hier auf Hinweisschildern unter Strafe gestellt.

Die zweite Gruppe fährt mit dem Sessellift ab Andelsbuch-Großmoos auf die vordere Niedere. Hier sind heute, am Vatertag mindestens 200 Piloten in der Luft. Die besten Startplätze werden von den Schulen okkupiert. Hin und wieder hört man den Ruf: "loopen, loopen, loopen", denn der Platz ist recht flach. Nach dem ersten Eingewöhnungsflug fliegen wir am Nachmittag mindestens drei Stunden am Stück. Es geht überall hoch und auch runter. Für mich eine gute Gelegenheit, mich mal wieder aus tiefer Position hochzuarbeiten. Mit einem Auge den Fluchtweg im Blickfeld, mit dem anderen einen Bart suchend, Fichten kratzen.

Am Landeplatz stehen viele Wohnmobile von Fliegern. Ich glaube für 300 DM darf man den ganzen Sommer dort stehen bleiben. Auskunft: Bergbahnen Andelsbuch +43 5512 / 2540.

Freitag: Wir fahren heute alle mit der Bezauer Bahn. Maschieren weiter hoch zu Gipfel. Der Wind kommt leider in Längsrichtung des Höhenzuges. Das gibt Gelegenheit das neue Gurtzeug zu richten und den Beschleuniger einzustellen. Wir genießen die schöne Aussicht und warten ab. Nach Bezau scheint es heute nicht mehr zu gehen.

Dieter erklärt uns, dass man auch von der hinteren zur vorderen Niederen fliegen kann. Als der Wind sich etwas nach Westen gedreht hat, beginnen wir langsam einer nach dem anderen zu starten. Mit jeder kleinen Ablösung hebt ein Pilot ab. Leider ist das Tal doch weiter als gedacht und etwas "Leeig". Einige schaffen es gerade noch über den Kamm zu rutschen, andere müssen zwischenlanden und nach einigen Metern wieder neu starten. Jedenfalls besser als laufen und um eine Erfahrung reicher. In Andelsbuch ist soviel Platz, dass man die Ostwindfreunde nicht mehr wiederfindet. Aber zur verabredeten Zeit finden sich alle am Landeplatz ein. Ein herrlicher Tag geht zu Ende.





Samstag: Da wir noch mehr sehen wollten, beschließen wir heute zum Diedamskopf zu fahren. Die kurze Fahrt geht von Bezau an Rheute vorbei über Mellau, Schnepfau nach Schoppernau. Hier ist eine supermoderne schnelle Kabinenbahn. Nach dem Aussteigen fahren wir noch eine Etage mit dem Fahrstuhl auf das Dach der Seilbahnstation. Oh Gott, hier liegen am 3.6. noch Unmengen an Schnee. Wir haben einen schwierigen Aufstieg vor uns. Über das riesige Schneefeld stampfen wir, die Fußtritte des Vordermanns suchend, in die Höhe. 50 m unter dem Gipfel an den Richtantennen liegt der Startplatz auf 2040 m Höhe.

Wir haben nicht viel Zeit uns auszuruhen, denn da kommen schon die ersten 10 Drachen mit dem Pistenfahrzeug heran. Hier soll heute ein Wettkampf stattfinden. Wir sehen zu, wie wir runter kommen. Der Wind kommt leider von innen (vom Plateau) statt von vorne. Wir starten in den Kessel hinein und kratzen an der Seilbahnstation vorbei.

Dieter flog als erster hinab, da er einen kleinen Landewettbewerb mit uns machen wollte. Der Landeplatz war nicht so schön wie in Andelsbuch. Es stehen einige Stromleitungen in unmittelbarer Nähe. Deshalb waren Landungen von 100 % bis unendlich eine Tatsache. Zum normalen Landen allemal gut genug, aber für einen Wettbewerb ?

Anschließend formieren wir uns in zwei Abteilungen. Andelbuchflieger und Streckenflieger. Während die einen mit den beiden Bussen nach Hause fahren, wollen die anderen nach Hause fliegen. Leider waren die Bedingungen nicht mehr so optimal wie an den beiden Vortagen. Durch Handytechnik konnten wir die Abgesoffenen jedoch leicht wieder einsammeln. Danach kam das große Gewitter, welches die ganze folgende Nacht andauerte.

Sonntag: Alles nass und keine Thermik. Wir räumen unser Quartier und fahren nach Andelsbuch. Wir können leider nicht bis zum Mittag warten und fliegen vormittags. Zu einem letzten gemütlichem Gleitflug reicht es allemal. Um 13.00 Uhr beginnen wir die Rückreise und spinnen bereits von der nächsten Clubfahrt.

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