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Herbstfahrt nach Bassano und Castelluccio

(Text: Christian Hofmann,
Fotos: Christine Glumann, Pedro Citoler und Franz-Peter Linxen)

Wo im Herbst die Thermik noch an ist ….


Das war das Motto, mit dem die Ostwindfreunde zur Herbstfahrt in die Dolomiten aufbrechen wollten.

Die Fahrt war zusammen mit dem Paragliding Performence Center Chiemsee (PPC) organisiert. Für die Mitglieder der Ostwindfreunde bedeutete das, dass neben guten Wetter- und Fluggebietsinfos auch die Möglichkeit bestand, sich dem Schulbetrieb anzuschließen und gemeinsam mit der Flugschule das Fluggebiet zu erkunden und sein eigenes Flugkönnen zu verbessern.

Schon an der Vorbesprechung wurde klar, dass die Ostwindfreunde flexibel sein mussten. Fliegen stand für die Woche im Vordergrund und wenn es nicht am eigentlichen geplanten Standort möglich war, dann würde man sehen wo es sonst ging.

Diese Taktik zahlte sich schon direkt vor der eigentlichen Abfahrt aus. Noch bevor es richtig losging, hatte Christian zusammen mit dem Leiter der Süddeutschen Gleitschirmschule (PPC) Martin das Wetter vor Ort gecheckt und beschlossen, dass man keine Zeit im Schnee verlieren wollte, sondern direkt nach Bassano aufbricht.

So ging es in der Nacht also nicht in die Dolomiten, sondern weiter Richtung Süden. Die letzten Zweifler wurden am Brenner überzeugt, wir fuhren durch Schnee und hatten teilweise eine geschlossene Schneedecke! Doch je weiter es Richtung Bassano ging um so stiller wurde es im Bus… ob es an der Müdigkeit der Teilnehmer lag, oder am eintönigen Rhythmus der Scheibenwischer? Nieselregen, Dauerregen, spärlicher Regen… das waren die Optionen unterwegs.

Langsam näherten wir uns Bassano. In Trento immer noch Regen… sollten wir die gesamte Woche der Sonne hinterherfahren, immer auf der Suche nach der Thermik? Endlich kam der Monte Grappa zu Gesicht! Und wie auf Bestellung zeigte sich auch der erste blaue Fleck im Himmel! Wer hätte das gedacht?

Christian nahm instinktiv die Peilung zu den Startplätzen auf und fand den Landeplatz auf Anhieb! Welch eine Überraschung, dann am Landeplatz auch auf die Flugschule Achensee zu treffen, die kurzerhand ihr Groundhandling Seminar wegen Dauerregen auch nach Bassano verlegt hatte. Schnell haben die Ostwindfreunde Quartier gemacht, dann ging es rauf Richtung Startplatz.

Hier erwartete uns Prominenz. Mike Küng gab sich mit den Achenseern ein Stelldichein zum Groundhandling. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem schönen Abendflug – der erste Flugtag – wer hätte das noch am Brenner im Schnee geahnt!

Das Quartier war in Ordnung, doch die eigentliche Überraschung war das Abendessen: Ein riesiges Vorspeisenbuffet, gefolgt von zwei mal Pasta, Fleisch oder Geflügel, und zum Nachtisch fand dann jeder noch ein Eckchen für Tiramisu… wenn das die Flächenbelastung nicht beeinflusst hat!

Am nächsten Tag ging es dann auch wirklich traumhaft. Die Thermik gab sich ein Stelldichein und oben bleiben war keine Frage von Können sondern eher von Wollen. Für die nächste Zeit hatte Martin (PPC) die Wetterprognose, dass es sich weiter eintrüben sollte und das Wetter in Bassano nicht hält… Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Wo ist im Winter die Thermik noch an? Martin hatte ganz Europa – insbesondere natürlich den Alpenraum geprüft, die einzige realistische Chance sollte es weiter im Süden in Castelluccio geben.

Die Ostwindfreunde zeigten sich flexibel! Los ging es Richtung Süden. Erst war der Himmel grau, dann Nieselregen, dann heftiger Regen, so stark, dass Autos auf der Autobahn schleuderten und wir sogar einen umgestürzten Bus gesehen haben! Sollte das Wetter wirklich besser werden? Wieder wurde es ganz still im Bus…

Castelluccio! Das Quartier machte erst einmal einen guten Eindruck, aber das Wetter! Als das Nieseln aufhörte, machte Christian den Vorschlag, wenigstens mal ins Piane Grande zu fahren, vielleicht ging ja irgendedwas – zumindest am Übungshang. In Castelluccio sah es dann schon ganz passabel aus und als wir am Übungshang ankamen, wurden die Bedingungen als fliegbar eingestuft!

Also Schirme raus und losgelegt… und das Wetter wurde immer besser. Also nix wie eingepackt und Richtung Pass gefahren zu einem wunderbaren Abendflug nach St. Pellegrino. Wieder kein Flugtag verloren! Was soll ich weiter sagen, der nächste Tag war nicht nur fliegbar sondern es gab die ersten roten Gesichter – Sonnencreme war angesagt! Nackte Oberkörper zeigten sich am Landeplatz. Oben war Soaren angesagt – vom Feinsten! Jeder kam auf seine Kosten. Die Betreuung für die OWF die sich der Flugschule angeschlossen hatten war sehr gut, wir Freiflieger machten die Dummies, wenn die Windbedingungen eher für ‚Lochflieger’ taugten.

Jeder Tag war ein Flugtag, sogar die Abreise begann mit einem Abflug. Dank der vielen Fahrer gestaltete sich die Heimreise recht zügig, auch wenn wir schweren Herzens aufgebrochen sind. Zu schön waren die vergangen Flugtage gewesen…

… wo im Herbst die Thermik noch an ist… wenn man etwas flexibel ist und gute Wetterinformationen hat, kein Problem! Ich glaube das nächste Jahr werden wir wieder aufbrechen, den Aufwinden folgen…

Christian

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