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Ossiacher See und Greifenburg 14. Vereinsfahrt zur Emberger Alm Groundhandling

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Ossiacher See und Greifenburg


(Text und Fotos: Reinhard Jonas)

Zum wiederholten Mal führt uns unser privater Fliegerurlaub in die optimal erschlossene Kärntner Region. So auch 2007 …


Der Campingplatz in Annenheim, Ossiacher See (nahe Villach, Foto links), ist einfach Klasse: nettes Personal, Internetterminals vorhanden, große Stellplätze, 10 Minuten zum Lift (zu Fuß!), 5 Min zum/vom Landeplatz, Flugschule in Sichtweite, kostenlose Akrovorführungen, permanenter Seezugang (pssst: Nacktbaden bei Nacht möglich), Liegewiese, Restaurant, Spielplatz, Segel- und Surfschule in der Nähe, Fahrradverleih usw.

Für Familien ist dieser Platz noch besser geeignet als der in Greifenburg (s.u.).

Probleme: kein Nordstartplatz (aber wer fliegt schon bei Nordföhn?), Mittags- und Nachtruhe ohne Zugang zum Platz (aber Durchgang durchs Restaurant erlaubt).

Der Fußweg zur Kanzelbahn führt am See entlang und durch den Bahnhof – fertig. Die Paragleiterkarte beinhaltet alle Gebühren (ca. 9 € pro Fahrt). Nach einmaligem Umsteigen (Mittelstation Kanzelhöhe) ist der Gipfel der Gerlitzen mit ca. 1900 Meter erreicht.


Der Ost- bis Süd–Startplatz (Foto oben, hinter dem Observatorium [Rundbau] liegen die Karavanken, links am Bildrand Ausläufer des Wörther Sees) schließt ein kleines Tal ein (links von der Bildmitte), das bei westlichen Einschlägen ein gefährliches Lee produzieren kann. Dann weicht man besser auf den rechts daneben liegenden SW- bis W–Startplatz aus (Foto unten in der Bildmitte irgendwo im Hintergrund Greifenburg).


Bei Westwind muss der Bergrücken der Kanzelhöhe (Waldrücken in Bildmitte) spätestens an der Mittelstation nach Süden überflogen werden, was aber bei 400 m Höhendifferenz kein Problem sein sollte. Insgesamt stehen ca. 900 Höhenmeter zur Verfügung. Der Landeplatz ist von den Startplätzen aus nicht zu sehen, dafür gibt’s eine grandiose Rundumsicht und viele begeisterte Zuschauer.

Streckenflüge sind hier leider kaum möglich:
- Richtung Westen (Treffen) kann etwas Strecke geflogen werden (Außenlandeplätze vorher begutachten). Dieser Streckenflug ergibt sich zwangsläufig, wenn man die Mittelstation verschläft (s.o.).
- Wem es gelingt, den See nach Süden zu queren, dem steht der Weg zum Wörther See offen; leider verhindert eine Höhenbegrenzung (2100 m) meist das Gelingen …
- Und man soll am Prallhang (Oswaldiberg) westl. des Campingplatzes bei Ostwind soaren können, aber das halte ich für Fliegerlatein.


Der Anflug auf den Landeplatz führt über Wasser (Foto rechts: Blick nach W; Foto links unten: Blick nach O), was zu häufigen Akrovorführungen mit hohem Unterhaltungswert führt. Der Landeplatz ist groß genug. Die Baumreihe direkt am See produziert ein Lee, deshalb weichen die Drachen auf einen ein paar hundert Meter weiter vom Seeufer entfernten, hindernisfreien Platz aus (quasi hinter der Flugschule). Für die Locals gibt’s einen Extraplatz direkt neben der Flugschule.


Und die diversen Tandemunternehmen haben auch einen Extraplatz, zwischen Billa und Hofer (österr. Aldi, am Ortseingang von Annenheim). Toplanding ist selbstverständlich problemlos möglich – die Tandemunternehmen machen heftig davon Gebrauch. Insbesondere bei westlichen Winden ist das auch für Anfänger möglich, wenn man den Sessellift auf der Rechnung hat. Notfalls muss man eben ein paar Meter bergauf laufen. Wir sind doch Sportler…?
Unsere Drachenflieger, die ohne Rampe starten müssen, können sogar mit dem Auto bis zum Gipfelhaus fahren (bewirtschaftet Sommer wie Winter -> Skibetrieb, www.gerlitzen.at). Die Auffahrt führt über eine gute Mautstrasse von der Nordseite (ab Arriach) hinauf.


Wenn das Wetter mal nicht passt, bietet sich die Burg Landskron mit Adlerflugshow an (Foto oben). Der Faaker See ist sowieso eine Fahrradtour wert. Villach bietet nicht viele Sehenswürdigkeiten, doch „shoppen“ beschäftigt so manchen …

Die Fluggebiete am Millstätter See, u.a. Tschiernock und Goldeck sind in 20 Autominuten zu erreichen (Das Goldeck bietet übrigens den einzigen Nord-Startplatz in dieser Gegend). Bis Greifenburg benötigt man via Spittal ca. 45 Minuten – auch kein Problem.



Emberger Alm, Greifenburg, ist ein großer Name in der „leichten Fliegerei“ – wer war hier noch nicht? Und als Kontrast zur Gerlitzen ist dieses Gebiet hervorragend geeignet. Denn was man dort kaum hat, nämlich Streckenflugmöglichkeiten, das hat man hier in allen Schwierigkeitsgraden.
Hier entfällt in der Regel der spannende Landeanflug über Wasser, für weniger Geübte eine Erleichterung - doch auch hier müssen diese Flieger erst einmal Lehrgeld zahlen und stehen u.U. vorzeitig am Boden.
Der Weg zum Landeplatz ist auch hier relativ weit, rechtzeitiges Abfliegen ist angesagt - von den Startplätzen ist der Landeplatz leider nicht zu sehen.

Außenlandungen sind in diesem Tal aber Problem. Trotzdem sollte man versuchen, Hindernisse nicht anzufliegen – sie können härter sein! Die „Taxis“ kann man sogar via Handy zur Landestelle beordern.

Der Campingplatz mit Landeplatz, oder umgekehrt, bietet alle Annehmlichkeiten, die ein Flieger benötigt. Allerdings ist der Weg in den Ort weiter als in Annenheim und das Bad hat leider restriktive Öffnungszeiten. Für Tier- und Pferdenarren in der Familie kann dieser Campingplatz trotzdem die bessere Alternative sein. Man sollte man sich im Klaren sein, dass dieser Campingplatz nur durch die Flieger existiert.


Seit der Landeplatz vergrößert wurde, sollten auch undisziplinierte Landeanflüge keine Probleme mehr bereiten (Foto oben). Und für den hier festzustellenden „Herdenauftrieb“ ist diese Größe durchaus sinnvoll.

Der „Herdenauftrieb“ kann leider auch dazu führen, dass sich die Auffahrt mit den „Taxis“ verzögert – reservieren oder frühzeitig losfahren wäre zu erwägen. Die erste Fahrt am Tag kostet knapp 10 €, alle weiteren ca. 5 €.


An den Startplätzen verteilt sich die „Herde“ problemlos. Bei Westeinschlag oder guter Thermik lohnt sich die Fahrt zum (oberen) Gleitschirmstartplatz oft nicht (Foto oben, Blick vom Startplatz Richtung SO) - Gleitschirmstarts vom eigentlichen Drachenstartplatz (bewirtschaftet) sind kein Problem. Bei solchen Bedingungen steht ein Bart direkt vorm Startplatz und die zusätzliche Höhe ist zum Obenbleiben nicht erforderlich.

Die einfache Möglichkeit zum Streckfliegen hat dieses Fluggebiet berühmt gemacht. Nach Westen oder nach Osten kann man den Startplatz hinter sich lassen und an den Südhängen weite Strecken zurücklegen. Bei schwachem Nordwind kann man hier noch nach Süden starten, das Tal queren und auf der Nordseite z. Bsp. Richtung Lienz fliegen. Irgendwann trifft man auf eines der bekannten „Arschlöcher“ und wird vom Nord- rsp. Südwind zu Boden gespült. Aber Außenlandungen sind ja hier kein Problem … Höhenbegrenzungen gibt es hier auch nicht, also los!

s.a.: DHV-info 147 (2007), S. 22 ff.

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